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| Travesta - Forum |
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Von Anjxxxxxx 852 Beiträge bisher
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Das war mein Weg - wie ist eurer?
Ich bin schon etwas älter, so um die 60 - Ich wuchs in einer Zeit auf, da gab es noch nicht mal Transs**uelle - also offiziell es gab ja auch noch kein Transs**uellengesetz - Es gab auch keine sozialen Medien oder sowas ich war also auf mich selbst gestellt - das erste Mal richtig wahrnehmbar das mit mir was nicht stimmt hatte ich so mit 11 Jahren - Ich fühlte mich mehr weiblich als männlich - ich kannte damals weder Begriffe dafür noch sonst irgendwas. Es war auch schon vorher so in meiner Kindheit - dass ich mich Mädchen wohl mehr zugeneigt fand als Jungen - aber da ich sowieso noch keinen Unterschied machte war das nicht relevant.
Aber so zog sich das durch mein Leben - ich hatte Angst und viel Scham und eine unendliche Schwere die ich auf mir fühlte - Ich betrachtete sehr lange diesen Zustand als mein Schicksal - zerbrach immer wieder dran und überlebte doch, na sagen wir eher ich existierte weiter. Ich lebte meine Frau sein also lange heimlich aus - aber nicht aus fetisch Hintergrund - sondern um in Momenten meine Schwere zu verlieren - denn die löste sich in den Momenten auf. Ich gebe aber zu, es hat mich teilweise auch se.xuell erregt. Vielleicht weil ich die Rolle Frau ersehnte.
Erst vor 18 Jahren traute ich mich dann zu dem Schritt auch meine Familie und meine Freunde ins Boot zu holen - da meine Scham vorher halt zu groß war - so ist das halt.
Ich habe dann im Privaten und der Öffentlichkeit als Frau gelebt und liebte meine zweite Pubertät - aber da ich noch nicht komplett zu mir Stand hatte ich die Schwere immer noch gefühlt - gefolgt von vielen depressiven Phasen - Ich hatte immer die Angst zu scheitern an mir - das verhinderte das weitergehen - Ich dachte viel über Suizid nach meisten passiv nicht aktiv - also ich wünschte mich weg
Als dann die Zeit kam wo ich aktiv auf dem Weg war zum Suizid (ein Schicksal was sehr viel Transmenschen teilen) half mir eine Transfrau mit der ich sehr eng verbunden bin in die Spur - sie erklärte mir ich kann nicht scheitern - aber es probieren - das legte den Schalter bei mir um... Freunde sind sehr wichtig!
Ab da ging es bei mir sehr schnell - erst musste ich aus meiner Depression raus und dann war das Pferd gesattelt - und die Reise ging los - und dass es nun bei mir nach dem SBGG ging nicht nach dem TSG hat nichts mit Feigheit zu tun! Sondern mit der Zeit!
Es gibt eben keinen Zeitpunkt der ideal ist oder zu spät ist - nur einen der zur dir passt....
Aber was ganz wichtiges am Ende - Anja geht oft in der Zeit zurück zu diesem kleinen verschüchterten 11 jährigen Jungen - und tröstet ihn - da er immer diese Schuldgefühle hatte - Ich sage ihm dann "Dich trifft keine Schuld - du hast nichts falsch gemacht - Ich die Anja war zu feige zu mir stehen - deshalb musstest du so lange mich auf deinen Schultern tragen durch dein halbes Leben - das war die schwere die du immer spürtest"
Diese Erkenntnis war für mich sehr wichtig - mein Mann in mir, hat mich nicht behindert - es war die Frau die zu feige war.
Deshalb konnte ich Frieden schließen mit meinem Mann - denn der hat Anja die ganze Zeit getragen....
Ich kann und werde meine Geschichte nie verleugnen – ich war ein Junge oder Mann – warum sollte ich das leugnen – wer seine Vergangenheit leugnet hat auch keine Zukunft….
Mich würde interessieren wie ihr das seht – und damit meine ich alle nicht nur die TS hier.
Denn ich bin als TS nichts Besonderes – sondern nur ein Teil von allem…
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| 08.07.2026 um 6:04 |
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Von Psyxxxxxxx 7 Beiträge bisher
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re: Das war mein Weg - wie ist eurer?
Wenn ich deinen Text aus psychologischer Sicht lese, dann sehe ich weniger eine Geschichte über das Transsein als vielmehr die Geschichte eines Menschen, der über Jahrzehnte versucht hat, mit einem tiefen inneren Konflikt zu leben.
Was mich besonders beeindruckt, ist, wie differenziert du deine Gefühle beschreibst. Du sprichst immer wieder von dieser “Schwere”. Das ist ein Begriff, den viele Menschen verwenden, wenn sie über langanhaltende psychische Belastungen sprechen. Psychologisch betrachtet entsteht diese Schwere oft nicht durch das, was man ist, sondern dadurch, dass man über Jahre oder sogar Jahrzehnte versucht, einen wesentlichen Teil von sich selbst zu unterdrücken oder zu verstecken. Das kostet unglaublich viel Kraft – oft mehr, als einem selbst bewusst ist.
Sehr spannend finde ich auch deine Beschreibung, dass diese Schwere verschwand, wenn du als Frau leben konntest. Das ist ein wichtiger psychologischer Hinweis. Unser Gehirn reagiert oft mit Erleichterung, wenn wir etwas tun, das sich stimmig und authentisch anfühlt. Dass dabei zeitweise auch s**uelle Erregung eine Rolle gespielt hat, überrascht mich überhaupt nicht. Viele Menschen glauben, Identität und s**ualität seien sauber voneinander zu trennen. So funktioniert die Psyche aber nicht. Freude, Erleichterung, Sehnsucht, Nähe und s**ualität beeinflussen sich gegenseitig. Deshalb würde ich daraus weder etwas Besonderes noch etwas Problematisches ableiten.
Der Abschnitt, der mich am meisten berührt hat, ist dein Gespräch mit deinem elfjährigen Ich. Das ist tatsächlich etwas, womit wir in der Psychotherapie häufig arbeiten. Wenn Erwachsene ihrem jüngeren Ich Mitgefühl entgegenbringen, verändert sich oft etwas Grundlegendes. Nicht weil die Vergangenheit verschwindet, sondern weil man aufhört, sich für sie zu verurteilen.
Besonders bemerkenswert finde ich aber noch etwas anderes. Du hast irgendwann aufgehört, den Mann in dir als Gegner zu sehen. Stattdessen schreibst du, dass er Anja all die Jahre getragen hat. Aus psychologischer Sicht ist das ein sehr reifer Gedanke. Heilung bedeutet oft nicht, einen Teil der eigenen Geschichte auszulöschen, sondern Frieden mit ihr zu schließen. Der Mann war nicht dein Feind. Er war der Mensch, der unter den damaligen Bedingungen versucht hat, dein Leben irgendwie weiterzuführen. Dass du ihm heute mit Respekt begegnen kannst, zeigt für mich, dass aus einem inneren Kampf langsam Versöhnung geworden ist.
Ich finde deshalb auch deine Aussage wichtig, dass du deine Vergangenheit nicht verleugnen möchtest. Unsere Identität besteht nicht nur aus dem Heute. Sie besteht aus allem, was wir erlebt haben. Wer seine Vergangenheit vollständig ablehnt, kämpft häufig weiter gegen sich selbst. Wer sie als Teil seiner Lebensgeschichte annehmen kann, gewinnt oft innere Stabilität. Das bedeutet nicht, dass alles gut war. Es bedeutet nur, dass nichts davon ausgelöscht werden muss.
Was ebenfalls deutlich wird, ist, wie wichtig Beziehungen sind. Du beschreibst, dass eine einzige Person im richtigen Moment den entscheidenden Satz gesagt hat und dadurch dein Denken verändert hat. Das deckt sich sehr mit dem, was wir aus der Suizidforschung wissen. Häufig sind es nicht große Therapiekonzepte, sondern ein Mensch, der Hoffnung vermittelt oder eine neue Sichtweise eröffnet. Das macht Freundschaften so unglaublich wertvoll.
Am Ende bleibt für mich vor allem eines: Ich lese hier keinen Text über eine Ideologie oder ein politisches Thema. Ich lese die Geschichte eines Menschen, der viele Jahrzehnte gegen sich selbst gekämpft hat und irgendwann begonnen hat, sich selbst mit mehr Verständnis zu begegnen.
Ob jeder Leser dieselben Schlussfolgerungen zieht, ist dabei gar nicht entscheidend. Aber ich glaube, fast jeder Mensch kennt das Gefühl, einen Teil von sich verstecken zu müssen – aus Angst vor Ablehnung, Scham oder den Erwartungen anderer. Vielleicht liegt genau darin das Verbindende deines Textes. Nicht im Transsein selbst, sondern in der sehr menschlichen Sehnsucht, irgendwann einfach man selbst sein zu dürfen.
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| 08.07.2026 um 6:40 |
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Von Anjxxxxxx 852 Beiträge bisher
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re: Das war mein Weg - wie ist eurer?
Danke Cat aber für mich ist die Vergangenheit auch ein Teil der Zukunft
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| 08.07.2026 um 9:28 |
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Von Nadxxxxx 205 Beiträge bisher
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re: Das war mein Weg - wie ist eurer?
Hallo Anja .das hast du sehr gut geschildert .Deinen Weg kann ich selbst absolut nach vollziehen denn vieles kann ich so absolut unterschreiben ! Weiter viel Erfolg auf deinem Weg !
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| 08.07.2026 um 10:09 |
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Von Obsxxxxxx 1233 Beiträge bisher
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re: Das war mein Weg - wie ist eurer?
Fände es toll, wenn der ein oder andere User hier nicht so - sorry - pseudo-wissenschaftlich an der TE ´herumdoktern´würde. Das kann im Zweifelsfall auch richtig Schaden anrichten.
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| 08.07.2026 um 12:29 |
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Von Lauxxxxxxx 3677 Beiträge bisher
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re: Das war mein Weg - wie ist eurer?
Dann hast Du ja wirklich eine lange Leidenszeit hinter Dir Anja Lotte. Es freut mich
für Dich, das Du nun zu Dir selber gefunden hast.
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| 08.07.2026 um 14:43 |
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Von Obsxxxxxx 1233 Beiträge bisher
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re: Das war mein Weg - wie ist eurer?
So ziemlich die falscheste Antwort, die man geben kann. Typisch eben!
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| 08.07.2026 um 16:14 |
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Von Lauxxxxxxx 3677 Beiträge bisher
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re: Das war mein Weg - wie ist eurer?
Du denkst AnjaLotte schaut weg?
Ich fand ihren Beitrag sehr reflektiert.
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| 08.07.2026 um 16:22 |
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Von Anjxxxxxx 852 Beiträge bisher
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re: Das war mein Weg - wie ist eurer?
Dramatisiert es doch nicht zu einem Thema was es gar nicht ist
Ich bin ja nicht krank
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| 08.07.2026 um 16:26 |
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Von Hauxxxxxxxxx 456 Beiträge bisher
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re: Das war mein Weg - wie ist eurer?
In der Pubertät habe ich gemerkt das ich mich dem Geschlecht eines Diener fühle und weniger als ein typischer Mann mich fühle... Und ab den 20 Lebensjahr mich ebenfalls zum beruf des Diener hingezogen gefühlt habe und den Wunsch verspürt habe als Diener in einen Herrschaftlichen Hause zu sein und ein paar Jahre später die Möglichkeit erhalten habe und ich meine Berufung gefunden habe im Hause einer Herrschaft als Diener angestellt zu werden und da zu wohnen und zu dienen.
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| 08.07.2026 um 16:38 |
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Von Anjxxxxxx 852 Beiträge bisher
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re: Das war mein Weg - wie ist eurer?
Nur was bringen mir die ganzen Erkenntnisse - ich lebe in einer christlich mor**isch geprägten Gesellschaft - und in der muss ich klar kommen - nicht in Theorien
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| 08.07.2026 um 17:55 |
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Von Pauxxxxxxxxxxx 48 Beiträge bisher
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re: Das war mein Weg - wie ist eurer?
Die Frage war wie unser Weg war.
Ich war 22 und hatte auf eine Anzeige in einer Zeitschrift einen Brief geschrieben. Gesucht hatte ein Paar einen jungen Mitspieler für s** mit der Frau. Handy und Internet gab es 1992 noch nicht.
Ich also an einem Samstag zum Treffpunkt gefahren. Bis dahin hatte ich noch fast keine s**uellen Erfahrungen, geschweige ich hatte etwas mit Damenwäsche und s** mit Männern am Hut.
Es ging dann ziemlich schnell und ich durfte die Frau lecken. Plötzlich spürte ich was am Po und kurz darauf etwas im Po. Ich war erschrocken empfand es aber geil. Es waren diesen Abend gleich 3 Premieren für mich. Mein erster Dreier, mein erster s** mit einem Mann und das erste mal einen Schw*** im Po. Beim nächsten Treffen sollte ich dan Nylons anziehen und so wurde ich immer mehr zum Dwt zum Tv zur Sissy des Paares.
Ein paar Jahre später wollte ich wieder s** mit einem Mann, hatte ich auch aber ich als Mann und nicht als Frau angezogen konnte mich einfach den Männern nicht hingeben.
Inzwischen gab es Internet für jeden und ich habe mir dann meine erste eigene Frauenwäsche bei eBay ersteigert. Es folgten dann meine wilden und exzessiven Jahre. Außer auf Arbeit war ich nur als Frau zurecht gemacht unterwegs.
Zu dieser Zeit kamen mir auch oft die Gedanken mein Geschlecht komplett zur Frau zu machen. Nach vielen Überlegen, hin und her habe ich mich entschieden eine Teizeitfrau und Wohnzimmertranse zu bleiben.
Und jetzt im Nachhinein war es nicht falsch. Ich habe meine Frau gefunden, kann mich als Frau zurecht machen wann immer ich will und bin im Alltag Mann.
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| 08.07.2026 um 18:49 |
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Von Lisxxxxxxx 21 Beiträge bisher
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re: Das war mein Weg - wie ist eurer?
Liebe Anja Lotte,
Liebe Mitleser,
Deine offene Schilderung über Deinen "Werdegang" deckt sich glaube ich mit einer Vielzahl von anderen Lebenserfahrungen - die sich letztlich nur in Ihren Auslenkungen individuell unterscheiden. Auch fand ich den Post von "Psychologe" sehr treffend. Als selbst "Betroffene" habe auch ich gleiche Erfahrungen gemacht - allerdings mit einem Unterschied - ich war trotz depressiven Phasen immer auf der positiven Seite geblieben und konnte mich deswegen auch immer wieder selbst "am Kragen aus dem Sumpf ziehen" - sprich - da war nie ein suizidaler oder selbstzerstörerischer Unterton. Wie Anja habe ich früh schon Weiblichkeit als etwas viel schöneres empfunden - bunter - multi-Dimensionaler - Sinnlicher - als ich das aus dem männlichen Rollenbild ausmachen konnte. Letzteres hat mich nie angesprochen - ich empfand es schlichtweg oft als praktisch - gelebt - habe ich das so gut wie nie - oder besser gesagt - ich habe eine männliche Rolle gespielt - ohne jemals Tiefgang darin zu entwickeln oder Freude daran zu empfinden.
Auch wenn ich mein männliches Geschlecht bereits früh abgelehnt habe - so fühle ich doch Dankbarkeit meinem Körper gegenüber - auch - lebe ich gerne in ihm......und ich hab ihm beruflicherweise früh viel zugemutet. Diese "Schwere" - über die geschrieben wurde, konnte ich erst selbst nach einiger Erkenntnis mit 44 ablegen - als ich mich nach einer Cäsur im Leben für mich entschloss, "reinen Tisch zu machen" mit mir - und allen anderen. Ich war es leid mich nur im Privaten Alltag als die zu leben, die ich nun mal bin. Und ich war es auch Leid - mir selbst - aber eben auch lieben Menschen um mich herum - etwas vorzumachen. ... und dann kam eben auf einmal das Gefühl - als ob diese Last adhoc weg wäre....
Für mich ist das Leben und der Alltag als Frau - auch wenn ich nicht die hübscheste usw. bin - um so viel mehr erfüllender. Wohin die Reise geht ist für mich klar - ich bin mir nur nicht sicher - wie weit ich da noch medizinisch komme - HRT gewiss - GaOP ? ich werde sehen.
Ich glaube, das wichtigste, was wir alle begreifen müssen und mussten ist doch der Punkt: Zu sich selber zu stehen - da es nichts falsches ist und gibt darin festzustellen, die falschen Geschlechtspronomen zu tragen - und dagegen dann etwas zu tun. Je früher das erkannt wird - desto weniger Leid und desto einfacher auch der Wechsel. Für mich ist das ein zentraler Punkt : Der individuelle Mensch steht im Mittelpunkt der Betrachtung und des Handelns - Probleme die dieser Mensch hat - muss man bestmöglich lösen - und macht mit Anstand und Respekt - weder Geschäftsmodell noch Politikum draus. ..... und ja - ich träum auch noch von Einhörnern..... )
In Summe geht es dabei auch nicht um eine Differenzierung von Transx-betroffenen Menschen. Auch wenn manche meinen, hier ein Ranking zwischen DWT - TV und TS machen zu müssen - denn jeder ist mit seiner Problematik oder Neigung auch ganz eigenständig betroffen. Betroffen sich nach seinen Bedürfnissen Befriedigung (aber im weiten, primär nicht s**uellem Sinne) zu verschaffen. Und wenn wir TS dann die weitgehende Angleichung ans Gegengeschlecht mit allen Hürden und Schmerzen wollen - dann gehört auch dies dazu.
Ich habe erlebt, dass es nicht die großen und lauten Töne im Leben sind, die weiterhelfen - auch gerade nicht im Zusammenspiel mit der Gesellschaft. Das war und ist auch noch nie mein Stil gewesen. Es waren die direkten und ehrlichen - authentischen und leisen Ansprachen oder Aussprachen unter Menschen, unter denen man sich mit ehrlichem Interesse ausgetauscht hat.....und dies wird auch weiterhin stattfinden - denn ich bin mir im klaren, dass meine Transs**ualität ein Teil von mir ist - den ich nicht verhehlen kann - und auch nicht will. Denn selbst nach einer OP ist man ja nun doch auch wenn perfekt eben "angeglichen"....aber das ist auch okay. Es heißt eben - wie ebenfalls angesprochen - den Frieden zu finden - mit sich - mit der Welt.
Hier kommt vielleicht dann auch diese Standortbestimmung ans Licht - wenn man eine Route festlegt, dann braucht man die Richtung und Geschwindigkeit aus der man gekommen ist - den aktuellen Standort und das Ziel oder einen Wegpunkt wo man hin will. Das ist in der Nautik - Aeronautik so - und man kann es auch schön für das Leben betrachten. Und man muss sich trauen, das Ziel anzusteuern und es auch wirklich erreichen wollen. Dann funktioniert das alles. Und die Unbekannten wie Wind und Strömung - oder das Leben - sorgt dann für die Abdrift und vielleicht schickt einem das Schicksal auch Mobby Dick vorbei. Da kann man dann entweder dran zerschellen - sich fressen lassen - oder einfach drum herum manöverieren.....oder den Wal fressen...aber wozu ? der geht einem auf dem Weg zum Ziel ja auch nur im Weg um und stört....kostet Zeit und Mühen.
Für mich war ebenfalls ein großes Ding, sich von der Meinung von anderen Menschen zu befreien - nicht radikal und auch nicht als "dass Radikal" - aber ich prüfe sehr genau, wer versucht, mich in welches seiner "meist" kleinen Raster zu pressen und wenn es mir das Wert ist - auch warum. Und mein "Nein" ist auch überzeugend und kann tief gehen - wenn nötig.
In meiner Vergangenheit haben mich solche Menschen zu oft böse aufgehalten - mich be- und ausgenutzt und manch "dummer Mensch" mir Hypotheken auf die Schulter gelegt, die ich weder tragen konnte und auch nicht verstand, warum ich die tragen sollte...bis hin zu echten Psychopathen und Mesogynen. Ich bin denen nicht immer Herr geworden - im Gegenteil - aber ich habe gelernt sie zu erkennen - ihnen aus dem Weg zu gehen - aber auch ihnen mit Intellekt die Stirn zu bieten um sie zumindest von meinem Kern und meinem essentiellen Weg fernzuhalten.
Das mag jetzt alles erhaben klingen.....und fertig. Das ist es und bin ich noch lange nicht bzw. wird es auch nie sein. Wer ist das schon - im Leben ? Ich bin auf meinem - erkannt richtigen - und für mich und mein Umfeld - gutem Weg....und mehr kann man auch nicht haben.
Ich wünsche Dir Anja Lotte, auf Deinem individuellen eigenen Weg eine gute Reise....Glück und viele tolle und erfüllende Momente. Und das wünsch ich Jeder / Jedem (FtM - die darf man nicht vergessen) der einen solchen und ähnlichen Weg geht. Lebt - liebt und lacht......ihr habt allen Grund dazu !
Ach ja - falls sich jemand zwischen Augsburg / München / Landsberg am Lech angesprochen fühlt......ich würde mich auch über Mädelsz zum was unternehmen freuen ! aka... simple life.....aka "Leben"......
Das waren meine 5 Cents...vielleicht auch 6....
Lisa
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| 09.07.2026 um 10:26 |
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Von _Jexxx 2637 Beiträge bisher
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re: Das war mein Weg - wie ist eurer?
Ich würde nie behaupten: Ich bin nicht krank.... gewesen!
Je nach schwere des Problems... schau mal Anja, dich hat ja auch deine Stimme kaputt gemacht und du hast es geändert, weil sie einfach mal so rein gar nicht gepasst hat zu deiner Einstellung. (...und es war wirklich gruselig vorher )
Je länger man damit herum läuft nach dem outing umso mehr zermürbt es einen...
manch einem reicht dies, andere brauchen deutlich mehr.
Ich hatte mir damals alles aufgeschrieben und gegenüber gestellt in pro und contra.
Ich bleibe so wie ich bin
Ich lebe androgyn
Ich gehe den kompletten Weg als TS
.... dazwischen gab es für mich nichts. Und es gab eigentlich nur noch eine Lösng davon, denn beim letzten Weg hatte ich am wenigsten Kontra, bis auf... ich verliere meine Frau... was uns beiden damals wirklich unfassbar weh tat.
Aber rückblickend;
nach Psychatrie, mehrfachen NebenHo***entzündungen, Ritzen der Genitalien, Entzünungen im Darm (Colitis ulcerosa), Bulimie, Bl**hochdruck und heulkrämpfen...
Ich hatte auch kaum noch essen in mir behalten und kippte ständig um...
da kann man schon von leicher Dysphorie sprechen.
Ich hasste diesen Körper obwohl ich sehr gut durchrainiert war und dann wieder extrem schlank... würg
Trotzdem wollte ich diesen Weg auf Grund meiner Sozialisierung nicht gehen und heute bin ich überhappy das ich mir diesen Tritt habe geben lassen von meinem TiefenPsychologen.
Es ist wie ein kleiner Traum, den ich mir da erfüllt habe und ich schaue jeden Tag gerne in den Spiegel und genieße mein Leben
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| 10.07.2026 um 3:14 |
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