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Thema: Die gestohlene Kindheit


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Von Julxxxxxxxxxxxx
160 Beiträge bisher
Die gestohlene Kindheit

Die gestohlene Kindheit - Das psychologische Trauma einer späten Transition Für die meisten Menschen bilden die Erinnerungen an die Kindheit und Jugend das Fundament ihrer Persönlichkeit. Es ist die Zeit der ersten Entdeckungen, der Formung der geschlechtlichen Identität, der unschuldigen Geheimnisse und der Sozialisation unter Gleichaltrigen des eigenen Geschlechts. Doch für Menschen, die ihre Transition erst im reifen oder fortgeschrittenen Alter vollziehen, sieht dieser Lebensabschnitt oft wie ein schwarzes Loch oder eine Zone ununterbrochener Traumata aus. In der Psychologie wird dieses Phänomen als „biografische Trauer“ bezeichnet – die Trauer um ein Leben und eine Kindheit, die man nie in seiner wahren Rolle leben durfte. *** Hallo zusammen,ich würde gerne mal eure Meinung zu einem Thema hören, das wahrscheinlich vor allem uns trans* Menschen betrifft. Trotzdem denke ich, dass die Frage ziemlich interessant ist:Hattet ihr eine richtige Kindheit? Oder war es wegen des falschen Körpers und der falschen Rolle für euch auch keine richtige Kindheit?Meine Kindheit wurde mir ganz klar geklaut. Ich vermisse es so sehr, als Mädchen aufgewachsen zu sein, und ich vermisse einfach alles, was dazugehört hätte.Wie seht ihr das? Empfindet ihr diese Trauer auch oder blickt ihr anders auf eure Kindheit zurück? LG Sissy Julia

29.07.2026 um 12:10    Diesem Beitrag direkt AntwortenAntworten
Von LaCxxxxxxx
1346 Beiträge bisher
re: Die gestohlene Kindheit

@ LylaAlexandra Ich möchte dir als Erstes sagen, wie viel Respekt ich vor deiner Entwicklung habe. Dass du heute sagen kannst: „Lieber das Hier und Jetzt und den Rest des Lebens genießen" Du hast deine Vergangenheit mit „okayish“ beschrieben. Oft versuchen wir, unsere Kindheit rückwirkend schönzureden, weil es keine offensichtlichen, täglichen Katastophen gab. Die Vergangenheit lässt sich nicht umschreiben. Jedes Kilo, jedes Jahr der Depression und jede Phase des Unwohlseins haben dich doch zu der Person gemacht, die heute die Reißleine ziehen und das Leben endlich in vollen Zügen genießen kann. Das kann sich sicher kein Mensch aussuchen. Das müssen auch Eltern verstehen lernen, dass das keine beliebige Entscheidung ist, so wie man sich für eine Parteizugehörigkeit, eine Religion oder einen Beruf entscheiden kann, was ja auch Teil unserer persönlichen Identität ist. Jede Entscheidung hat langfristige Konsequenzen Die Folgen einer hormonellen Behandlung vor der Pubertät sind irreversibel Dasselbe gilt allerdings auch, wenn man die Pubertät laufen lässt. Die irreversible Verweiblichung oder Vermännlichung des Körpers kann bei transidenten Menschen zu schweren psychischen Langzeitschäden führen . Ich denke, dass Eltern eine psychotherapeutische Begleitung dieses Prozesses fast noch nötiger haben als die Kinder oder die Jugendlichen selbst.

29.07.2026 um 13:21    Diesem Beitrag direkt AntwortenAntworten
Von LaCxxxxxxx
1346 Beiträge bisher
re: Die gestohlene Kindheit

"Meine Kindheit wurde mir ganz klar geklaut. Ich vermisse es so sehr, als Mädchen aufgewachsen zu sein, und ich vermisse einfach alles, was dazugehört hätte" schrieb Julia Sie beschreibt eine scheinbar verlorene Lebenszeit, da sie sich nicht frei entfalten konnte Meine Kindheit war auch nicht rosig. Man entwickelt Strategien um damit klar zu kommen. Kinder passen sich oft den Erwartungen der Eltern an, um Zuwendung zu sichern. Eigene Bedürfnisse und Gefühle werden zurückgestellt, was zu einer Entfremdung vom Selbst führt.

29.07.2026 um 13:53    Diesem Beitrag direkt AntwortenAntworten
Von Nanxxxxxxxxxx
41 Beiträge bisher
re: Die gestohlene Kindheit

Ich bin sehr dankbar, dass ich meine Kindheit in der DDR verbringen konnte. Nach 1990 ging es bzgl. Lebensqualität und Gesundheit bergab. Das Rumtransen in der Wohnung habe ich beibehalten.

29.07.2026 um 14:16    Diesem Beitrag direkt AntwortenAntworten
Von Golxxxxxxxx
7 Beiträge bisher
re: Die gestohlene Kindheit

Meine Eltern haben sich die größte Mühe gegeben, mir eine tolle Kindheit zu bescheren. Urlaube, Bootfahren, Snowboarden, Ausflüge, Baden am See ... Ich war immer sehr abgelenkt und hatte keine Zeit mir Gedanken zu machen. Auch wenn die Anzeichen schon ab der Grundschule zu sehen waren. Ich durfte z.b die Lackschuhe, die die Mädchen damals so trugen, nicht haben. Ausserdem war ich neidisch auf lange Haare, die tollen Haarspangen und die Kleidchen. In meiner Jugend habe ich mich dann mit rumkiffen und Mist bauen abgelenkt. War zwar auch neidisch auf die Klamotten und Körper der Mädchen aber in der Zeit habe ich auch nicht viel nachgedacht. Aus der Zeit habe ich aber auch gute Erinnerungen. Zelten und Fahrradtouren nach Sandvort Mit 20 habe ich das erste mal Shemales, in einem Pornoheft, im s**shop gesehen. Bin sofort begeistert gewesen. Habe daraufhin im Internet gesucht und das Kind bekam einen Namen. Seit ich 20 bin, habe ich mal mehr und mal weniger Leidensdruck. Mit 25 habe ich dann z.b auf eigene Faust die Diane35 genommen. Habe ich dann aber nach ein paar Monaten abgesetzt weil die Brust und der Sack spannte. Habe es mit der Angst zutun bekommen. Von 25-jetzt 40 hatte ich gute und schlechte Zeiten. Aber ein relativ normales Leben mit 9 to 5 Job. Seit 4 Jahren hatte ich keinen Leidensdruck mehr und mir geht es seit dem Wirtschaftlich und Psychisch hervorragend. Ich denke es sind hervorraggende Vorraussetzungen um beim Psychotherapeuten vorstellig zu werden und endlich die notwendigen Schritte einzuleiten. Ich habe vor 6 Monaten angefangen mit der Transition. Habe jetzt 20 Kilo abgenommen und beginne nächsten Monat mit der Abnehmspritze. Ziel sind nochmals 30 Kilo weniger. Möchte wieder auf 85kg. 2019 bin ich durch Krankheit auf 135kg angewachsen.Jetzt bin durch Ernährungsumstellung bei 115kg. Liste von möglichen Terapeuten habe ich soweit zusammen. Am Wochenende gehen die Email Anfragen und die Bitte auf die Warteliste zu kommen, raus. Ich hoffe das ich zügig an einen Therapieplatz komme. Alles in allem hat mich meine Kindheit und Jugend zu den Menschen gemacht, der ich jetzt bin und der ich in den nächsten 5 Jahren sein will. Ich trauer meiner Kindheit nicht nach.

29.07.2026 um 15:02    Diesem Beitrag direkt AntwortenAntworten
Von Lauxxxxxxx
3617 Beiträge bisher
re: Die gestohlene Kindheit

Ich halte es seit Jahren hiermit: Verständig ist, wer nicht trauert über das, was er nicht hat, sondern sich freut über das, was er hat. Dieses berühmte Zitat stammt von dem antiken griechischen Philosophen Epiktet, einem der wichtigsten Vertreter der Stoa. Es beschreibt den Kern der stoischen Lebensphilosophie: den Fokus auf Dankbarkeit und das Kontrollierbare zu legen, statt dem Unerreichbaren nachzujagen.

29.07.2026 um 15:15    Diesem Beitrag direkt AntwortenAntworten
Von Cryxxxxxxxx
10 Beiträge bisher
re: Die gestohlene Kindheit

Ich bin Deiner Meinung, habe aber keine Trauer deswegen. Schade ist es ohne Zweifel, aber ich aktzeptiere diese Umstände der Zeit, die wir nicht ändern können. Umsomehr genieße ich die Zeit heute, jeden Moment.

29.07.2026 um 18:28    Diesem Beitrag direkt AntwortenAntworten
Von Cryxxxxxxxx
10 Beiträge bisher
re: Die gestohlene Kindheit

Ja, so ist es, man findet Freiräume. Obwohl Freiräume eine ungelebte Kindheit nicht ersetzen.

29.07.2026 um 18:33    Diesem Beitrag direkt AntwortenAntworten
Von Janxxxxxx
95 Beiträge bisher
re: Die gestohlene Kindheit

Seit früher Kindheit mit dem Wissen aufzuwachen, dass man kein Junge ist und das auch klar zu äußern hinterlässt auch seine Spuren. Denn das Verhalten der Eltern damals Anfang der 80er war alles andere als verständnisvoll. Das Schlimmste was es in meiner Psyche hinterlassen hat, war ein tiefes Gefühl der Unzulänglichkeit und dadurch ein schlechtes Selbstwertgefühl. Nach gut 40 Jahren konnte ich das für mich aufarbeiten und auch vergeben. Ob man jetzt den Weg in jungen Jahren oder erst wesentlich später geht, es hinterlässt beides seine Spuren.

29.07.2026 um 18:47    Diesem Beitrag direkt AntwortenAntworten
Von holxxxxxx
22 Beiträge bisher
re: Die gestohlene Kindheit

ich hatte eine ganz besondere kindheit,zum glück erkannte mutti sehr schnell meien neigung,hat mich immer sehr unterstützt,hat mir alles erklärt,gezeigt, finde es schade,das es in der verklemmten,verlogenen gesellschaft nur frau udn mann gibt, heute noch gibt es einen großen aufschrei,wenn sohn oder tochter sagt sie sei schwul, wenn man die bibel genu liest,merkt man ,das es das ja schon in der zeuit des angeblichen jesus gab, mir tun die schwestern sehr leid,die es heimlich machen müssern

29.07.2026 um 19:31    Diesem Beitrag direkt AntwortenAntworten
Von Ginxxxxxxxx
300 Beiträge bisher
re: Die gestohlene Kindheit

Du schreibst hier aus psychoa.nalytischer Sicht. Aus heutiger Sicht kann man sagen, daß Gefühle als Signale für die physischen (z.B. Nahrung, Bewegung) und psychischen (z.B. Spielen, Zuwendung) Bedürfnisse des Körpers zu verstehen sind. Der Zusammenhang zwischen dem Signal und dem dazugehörigen Bedürfnis wird durch die Rückmeldung der das Signal wahrnehmenden Bezugsperson erlernt. D.h., Körpersignale müssen vom Kind wahrgenommen, nach außen mitgeteilt, von der Bezugsperson empfangen, interpretiert, als richtiges Bedürfnis verstanden und in geeignete Handlungen zur Befriedigung des Bedürfnisses beim Kind umgesetzt werden. Die Bedürfnisbefriedigung muß als Rückmeldung auf das Signal des Körpers vom Kind verstanden werden, um so einen Zusammenhang zwischen Signal und dazugehörigem Bedürfnis herstellen zu können. Dieser Vorgang entspricht einer Konditionierung im behavioristischen Sinne und bildet sich neuroanatomisch im Vorgang des tuning and pruning ab. Man sieht, daß dieser Lernprozeß fehleranfällig ist. Von einer Entfremdung kann man allerdings erst sprechen, wenn man ein "wahres Selbst" voraussetzt, was dem Idealfall beim Ablauf des Lernvorgangs entsprechen würde. Entgegen dieser Vorstellung ist jedes "Selbst" als Ergebnis dieses Lernvorgangs zu verstehen. Das neuroanatomische Korrelat im Gehirn wird als default mode network bezeichnet, was nach heutigem Verständnis dem am nahesten kommt, was wir mit "Ich" meinen. Das Konzept des "Selbst" wird dadurch überflüssig. Den Vorgang als "Entfremdung" zu verstehen, legt die Schablone einer Täter/Opfer-Beziehung nahe.

29.07.2026 um 21:41    Diesem Beitrag direkt AntwortenAntworten
Von Ginxxxxxxxx
300 Beiträge bisher
re: Die gestohlene Kindheit

Den Verlust dessen, was man einmal hatte und verlor, muß man betrauern, um sich davon "lösen" zu können.

29.07.2026 um 21:45    Diesem Beitrag direkt AntwortenAntworten
Von Lauxxxxxxx
3617 Beiträge bisher
re: Die gestohlene Kindheit

Ja, wenn man etwas hatte und hat es verloren. Dann sollte man den Verlust betrauern, sofern man einen empfindet. Aber hier geht es darum, nicht um das zu trauern, was man nicht hatte.

30.07.2026 um 0:06    Diesem Beitrag direkt AntwortenAntworten
Von Schxxxxxxx
260 Beiträge bisher
re: Die gestohlene Kindheit

Meine Eltern waren Schweine. Ganze Kinderheit - allein zuhause. Keine Taschengeld, keine Spielzeuge. Taschengeld von Omas oder Onkel 5+5+10Rubel waren mit Schreie immer enteignet. Für was brauchst du Geld? Gucke an Afrika Kinder, wie arme Leben haben die und mecken nicht. Bücher aus Biblioteck und ein Schachtel Plastilin. Gierige Schweinmutter 0,07Rubel für 7-farbige Set, oder 0,08Rubel für 8-fafbige Set 1 mal in Jahr für mich gehabt. Das war bei monatliche Einkommen ab 360Rubel. Das ward normal für sowietische Familie. Eis? Häää?!!! 0,20Rubel!!! Am Winter nach der Schule kann man in Dorfmitte in einen Mülleimer Rest von Eis finden und schmecken😂 Sonnst ich ward an Waisenkinder sehr neidisch. Jedes Jahr die Krim und Schwarze Meer gesehen. Sommerferien bei eine Familie in EU ward auch möglich. Ja, ward solche Programm für Waisenkinder Leben schöner machen. Ich kann nicht erinnern, dass ich war an Mädchen neidisch, aber erste Versuche versteckt weiblich mich kleiden waren noch vor der Schule. Gegen 5-6 Jahre Alt. Dann nach ward gefährliche Leben ohne Verständnis. Verbot und Drohung von Schwester, wenn sie erwisch mich mal weiblich gekleidet. Glückliche Momente waren wann Schweinschwester mit Eltern ward weg. Nach der Schule waren Seelenkampf Momenten. Nach der tragen mutter's Negligee und FSH,- waren Versuche das Ritual verbrennen und nie mehr tragen. Wieder und wieder. Nach der UdSSR Krach in wilde ukraina waren noch lange sowietische Gesetzte: für TS Anmeldung bei geschlossene Klinik, keine Führerschein oder gute Job. Im Vergleich 90er in russland waren Paradise für TS. Muss nur Geld haben. Erste Träume Geschlecht zu ändern waren gegen 20 Jahre Alt, aber das ward unrealistisch. In wilde Land lebensgefährlich. Nach der mein comming out ich habe gekriegt Igno von ganze Schweinfamilie und Leid von Schweinmutter: schade, dass sie wusste nicht damals, dass ich TS werde. Wäre besser sofort nach Geburt von mich absagen und im Waisenhaus lassen.

30.07.2026 um 6:34    Diesem Beitrag direkt AntwortenAntworten
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