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| Travesta - Forum |
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Von Anjxxxxxx 632 Beiträge bisher
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Das war mein Weg - wie ist eurer?
Ich bin schon etwas älter, so um die 60 - Ich wuchs in einer Zeit auf, da gab es noch nicht mal Transs**uelle - also offiziell es gab ja auch noch kein Transs**uellengesetz - Es gab auch keine sozialen Medien oder sowas ich war also auf mich selbst gestellt - das erste Mal richtig wahrnehmbar das mit mir was nicht stimmt hatte ich so mit 11 Jahren - Ich fühlte mich mehr weiblich als männlich - ich kannte damals weder Begriffe dafür noch sonst irgendwas. Es war auch schon vorher so in meiner Kindheit - dass ich mich Mädchen wohl mehr zugeneigt fand als Jungen - aber da ich sowieso noch keinen Unterschied machte war das nicht relevant.
Aber so zog sich das durch mein Leben - ich hatte Angst und viel Scham und eine unendliche Schwere die ich auf mir fühlte - Ich betrachtete sehr lange diesen Zustand als mein Schicksal - zerbrach immer wieder dran und überlebte doch, na sagen wir eher ich existierte weiter. Ich lebte meine Frau sein also lange heimlich aus - aber nicht aus fetisch Hintergrund - sondern um in Momenten meine Schwere zu verlieren - denn die löste sich in den Momenten auf. Ich gebe aber zu, es hat mich teilweise auch se.xuell erregt. Vielleicht weil ich die Rolle Frau ersehnte.
Erst vor 18 Jahren traute ich mich dann zu dem Schritt auch meine Familie und meine Freunde ins Boot zu holen - da meine Scham vorher halt zu groß war - so ist das halt.
Ich habe dann im Privaten und der Öffentlichkeit als Frau gelebt und liebte meine zweite Pubertät - aber da ich noch nicht komplett zu mir Stand hatte ich die Schwere immer noch gefühlt - gefolgt von vielen depressiven Phasen - Ich hatte immer die Angst zu scheitern an mir - das verhinderte das weitergehen - Ich dachte viel über Suizid nach meisten passiv nicht aktiv - also ich wünschte mich weg
Als dann die Zeit kam wo ich aktiv auf dem Weg war zum Suizid (ein Schicksal was sehr viel Transmenschen teilen) half mir eine Transfrau mit der ich sehr eng verbunden bin in die Spur - sie erklärte mir ich kann nicht scheitern - aber es probieren - das legte den Schalter bei mir um... Freunde sind sehr wichtig!
Ab da ging es bei mir sehr schnell - erst musste ich aus meiner Depression raus und dann war das Pferd gesattelt - und die Reise ging los - und dass es nun bei mir nach dem SBGG ging nicht nach dem TSG hat nichts mit Feigheit zu tun! Sondern mit der Zeit!
Es gibt eben keinen Zeitpunkt der ideal ist oder zu spät ist - nur einen der zur dir passt....
Aber was ganz wichtiges am Ende - Anja geht oft in der Zeit zurück zu diesem kleinen verschüchterten 11 jährigen Jungen - und tröstet ihn - da er immer diese Schuldgefühle hatte - Ich sage ihm dann "Dich trifft keine Schuld - du hast nichts falsch gemacht - Ich die Anja war zu feige zu mir stehen - deshalb musstest du so lange mich auf deinen Schultern tragen durch dein halbes Leben - das war die schwere die du immer spürtest"
Diese Erkenntnis war für mich sehr wichtig - mein Mann in mir, hat mich nicht behindert - es war die Frau die zu feige war.
Deshalb konnte ich Frieden schließen mit meinem Mann - denn der hat Anja die ganze Zeit getragen....
Ich kann und werde meine Geschichte nie verleugnen – ich war ein Junge oder Mann – warum sollte ich das leugnen – wer seine Vergangenheit leugnet hat auch keine Zukunft….
Mich würde interessieren wie ihr das seht – und damit meine ich alle nicht nur die TS hier.
Denn ich bin als TS nichts Besonderes – sondern nur ein Teil von allem…
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| 08.07.2026 um 6:04 |
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Von Psyxxxxxxx 7 Beiträge bisher
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re: Das war mein Weg - wie ist eurer?
Wenn ich deinen Text aus psychologischer Sicht lese, dann sehe ich weniger eine Geschichte über das Transsein als vielmehr die Geschichte eines Menschen, der über Jahrzehnte versucht hat, mit einem tiefen inneren Konflikt zu leben.
Was mich besonders beeindruckt, ist, wie differenziert du deine Gefühle beschreibst. Du sprichst immer wieder von dieser “Schwere”. Das ist ein Begriff, den viele Menschen verwenden, wenn sie über langanhaltende psychische Belastungen sprechen. Psychologisch betrachtet entsteht diese Schwere oft nicht durch das, was man ist, sondern dadurch, dass man über Jahre oder sogar Jahrzehnte versucht, einen wesentlichen Teil von sich selbst zu unterdrücken oder zu verstecken. Das kostet unglaublich viel Kraft – oft mehr, als einem selbst bewusst ist.
Sehr spannend finde ich auch deine Beschreibung, dass diese Schwere verschwand, wenn du als Frau leben konntest. Das ist ein wichtiger psychologischer Hinweis. Unser Gehirn reagiert oft mit Erleichterung, wenn wir etwas tun, das sich stimmig und authentisch anfühlt. Dass dabei zeitweise auch s**uelle Erregung eine Rolle gespielt hat, überrascht mich überhaupt nicht. Viele Menschen glauben, Identität und s**ualität seien sauber voneinander zu trennen. So funktioniert die Psyche aber nicht. Freude, Erleichterung, Sehnsucht, Nähe und s**ualität beeinflussen sich gegenseitig. Deshalb würde ich daraus weder etwas Besonderes noch etwas Problematisches ableiten.
Der Abschnitt, der mich am meisten berührt hat, ist dein Gespräch mit deinem elfjährigen Ich. Das ist tatsächlich etwas, womit wir in der Psychotherapie häufig arbeiten. Wenn Erwachsene ihrem jüngeren Ich Mitgefühl entgegenbringen, verändert sich oft etwas Grundlegendes. Nicht weil die Vergangenheit verschwindet, sondern weil man aufhört, sich für sie zu verurteilen.
Besonders bemerkenswert finde ich aber noch etwas anderes. Du hast irgendwann aufgehört, den Mann in dir als Gegner zu sehen. Stattdessen schreibst du, dass er Anja all die Jahre getragen hat. Aus psychologischer Sicht ist das ein sehr reifer Gedanke. Heilung bedeutet oft nicht, einen Teil der eigenen Geschichte auszulöschen, sondern Frieden mit ihr zu schließen. Der Mann war nicht dein Feind. Er war der Mensch, der unter den damaligen Bedingungen versucht hat, dein Leben irgendwie weiterzuführen. Dass du ihm heute mit Respekt begegnen kannst, zeigt für mich, dass aus einem inneren Kampf langsam Versöhnung geworden ist.
Ich finde deshalb auch deine Aussage wichtig, dass du deine Vergangenheit nicht verleugnen möchtest. Unsere Identität besteht nicht nur aus dem Heute. Sie besteht aus allem, was wir erlebt haben. Wer seine Vergangenheit vollständig ablehnt, kämpft häufig weiter gegen sich selbst. Wer sie als Teil seiner Lebensgeschichte annehmen kann, gewinnt oft innere Stabilität. Das bedeutet nicht, dass alles gut war. Es bedeutet nur, dass nichts davon ausgelöscht werden muss.
Was ebenfalls deutlich wird, ist, wie wichtig Beziehungen sind. Du beschreibst, dass eine einzige Person im richtigen Moment den entscheidenden Satz gesagt hat und dadurch dein Denken verändert hat. Das deckt sich sehr mit dem, was wir aus der Suizidforschung wissen. Häufig sind es nicht große Therapiekonzepte, sondern ein Mensch, der Hoffnung vermittelt oder eine neue Sichtweise eröffnet. Das macht Freundschaften so unglaublich wertvoll.
Am Ende bleibt für mich vor allem eines: Ich lese hier keinen Text über eine Ideologie oder ein politisches Thema. Ich lese die Geschichte eines Menschen, der viele Jahrzehnte gegen sich selbst gekämpft hat und irgendwann begonnen hat, sich selbst mit mehr Verständnis zu begegnen.
Ob jeder Leser dieselben Schlussfolgerungen zieht, ist dabei gar nicht entscheidend. Aber ich glaube, fast jeder Mensch kennt das Gefühl, einen Teil von sich verstecken zu müssen – aus Angst vor Ablehnung, Scham oder den Erwartungen anderer. Vielleicht liegt genau darin das Verbindende deines Textes. Nicht im Transsein selbst, sondern in der sehr menschlichen Sehnsucht, irgendwann einfach man selbst sein zu dürfen.
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| 08.07.2026 um 6:40 |
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Von Anjxxxxxx 632 Beiträge bisher
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re: Das war mein Weg - wie ist eurer?
Danke Cat aber für mich ist die Vergangenheit auch ein Teil der Zukunft
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| 08.07.2026 um 9:28 |
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Von Nadxxxxx 204 Beiträge bisher
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re: Das war mein Weg - wie ist eurer?
Hallo Anja .das hast du sehr gut geschildert .Deinen Weg kann ich selbst absolut nach vollziehen denn vieles kann ich so absolut unterschreiben ! Weiter viel Erfolg auf deinem Weg !
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| 08.07.2026 um 10:09 |
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Von Pinxxxxxx 5 Beiträge bisher
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re: Das war mein Weg - wie ist eurer?
Ich kann mich sehr gut in dich rein versetzen. Nicht das ich eine Transfrau wäre, nein ich habe 1980 eine damals schon operierte Transfrau kennen und lieben gelernt. Sie hatte damals noch ihren Geburtstagsnamen, der zum Glück halbwegs geschlechtsneutral war.
Es war damals eine Tortur mit der Namensänderung und auch die Zeugnisse mussten geändert werden.
Wir haben das zusammen durchgestanden, aber die Depressionen, die sie seit Kindheitstagen hatte, wurden immer stärker bis zum Suid.
Sie hat ihn überlebt aber ich konnte unsere Beziehung nicht weiter führen.
Wir sind heute beide über 70 und immer noch befreundet.
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| 08.07.2026 um 10:16 |
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Von Ginxxxxxxxx 52 Beiträge bisher
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re: Das war mein Weg - wie ist eurer?
Ja, das Verständnis hilft Scham- und Schuldgefühle zu verringern, vielleicht bewirkt es auch alleine das fortgeschrittene Alter, in Gestalt einer nachlassenden Aktivität des Praefrontalen Cortex. Das äußere Outing, nach Schilderung vor 18 Jahren, und das Leben als Frau in der Öffentlichkeit hatte keinen stabilisierenden Erfolg. Und auch heute scheint ein weiterer Schritt notwendig zu sein, von dem sich psychische Stabilisierung versprochen wird; ein erheblicher, gesundheitsgefährdender Eingriff mit unabsehbaren Risiken. Ich lese den Bericht als jahrzehntelangen, erfolglosen Versuch, sich "gesund" zu fühlen.
Ich schließe daraus, daß das tatsächliche Problem bisher nicht erkannt und lediglich Symptome gemildert werden sollen.
Die zunehmende Forschung zur "Komplexen Posttraumatischen Belastungsstörung", im predictive processing Paradigma, liefert hier neue Denkansätze, die Erklärungsalternativen zum Narrativ des "Im falschen Körper Geboren Seins" ermöglichen.
z.B.
Reconceptualizing complex posttraumatic stress disorder: A predicitive processing framework for mechanisms and intervention; Putica, Agathos; 2024
PMID: 39084584 DOI: 10.1016/j.neubiorev.2024.105836
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| 08.07.2026 um 12:09 |
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Von Obsxxxxxx 1085 Beiträge bisher
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re: Das war mein Weg - wie ist eurer?
Fände es toll, wenn der ein oder andere User hier nicht so - sorry - pseudo-wissenschaftlich an der TE ´herumdoktern´würde. Das kann im Zweifelsfall auch richtig Schaden anrichten.
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| 08.07.2026 um 12:29 |
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Von Lauxxxxxxx 3468 Beiträge bisher
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re: Das war mein Weg - wie ist eurer?
Dann hast Du ja wirklich eine lange Leidenszeit hinter Dir Anja Lotte. Es freut mich
für Dich, das Du nun zu Dir selber gefunden hast.
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| 08.07.2026 um 14:43 |
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Von Ginxxxxxxxx 52 Beiträge bisher
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re: Das war mein Weg - wie ist eurer?
Wegschauen löst keine Probleme, es schafft neue.
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| 08.07.2026 um 15:41 |
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Von Obsxxxxxx 1085 Beiträge bisher
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re: Das war mein Weg - wie ist eurer?
So ziemlich die falscheste Antwort, die man geben kann. Typisch eben!
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| 08.07.2026 um 16:14 |
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Von Lauxxxxxxx 3468 Beiträge bisher
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re: Das war mein Weg - wie ist eurer?
Du denkst AnjaLotte schaut weg?
Ich fand ihren Beitrag sehr reflektiert.
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| 08.07.2026 um 16:22 |
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Von Anjxxxxxx 632 Beiträge bisher
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re: Das war mein Weg - wie ist eurer?
Dramatisiert es doch nicht zu einem Thema was es gar nicht ist
Ich bin ja nicht krank
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| 08.07.2026 um 16:26 |
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Von Hauxxxxxxxxx 438 Beiträge bisher
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re: Das war mein Weg - wie ist eurer?
In der Pubertät habe ich gemerkt das ich mich dem Geschlecht eines Diener fühle und weniger als ein typischer Mann mich fühle... Und ab den 20 Lebensjahr mich ebenfalls zum beruf des Diener hingezogen gefühlt habe und den Wunsch verspürt habe als Diener in einen Herrschaftlichen Hause zu sein und ein paar Jahre später die Möglichkeit erhalten habe und ich meine Berufung gefunden habe im Hause einer Herrschaft als Diener angestellt zu werden und da zu wohnen und zu dienen.
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| 08.07.2026 um 16:38 |
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Von Ginxxxxxxxx 52 Beiträge bisher
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re: Das war mein Weg - wie ist eurer?
von alternativen, auf neuesten Erkenntnissen basierenden Erklärungsansätzen für die natürliche Erscheinung, die von einigen als Transse.xualität und auf neuestem Stand als Geschlechtsdysphorie bezeichnet wird, wegschauen
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| 08.07.2026 um 16:45 |
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